Okt
11

Ägyptens blutige Konflikte: Wer sind die Kopten?

0 comments

Durch die kürzlich blutigen Auseinandersetzungen mit Muslimen in Kairo, haben die Kopten traurige Berühmtheit erlangt. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten. Die christliche Gemeinschaft macht in Ägypten nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung aus und leidet seit jeher unter Diskriminierungen. Auslöser der kürzlichen Gewalteskapaden, deren 25 Menschen zum Opfer gefallen sind, war eine vorangegangene Brandstiftung von muslimischen Extremisten auf eine koptische Kirche. Bei diesem Brandanschlag kamen 17 Menschen zu Tode.

Als Gründer der Koptischen Kirche gilt Markus, der im 1. Jhd. n. Chr. in Ägypten lebte. Der Verfasser des Markusevangeliums war auch der erste Bischof von Alexandria und starb 68 n. Chr. als Märtyrer.
Die Kopten glauben daran, dass in Christus das Göttliche und das Menschliche eine Natur bilden, wobei das Göttliche eindeutig dominiert. Auf dieser Grundlage bezeichnen sie sich selbst als Miaphysiten. In dieser Ansicht unterscheiden sie sich von der Orthodoxen und der Katholischen Kirche, die die Ansicht vertreten, dass Jesu Christi zwei Naturen, eine menschliche und eine göttliche, besessen hat. In Folge dieser unterschiedlichen Ansichten, kam es 451 n. Chr. zur Spaltung der altorientalischen Kirchen (Kopten, Syrer, Äthiopier, Armenier) und der chalcedonischen Kirchen (Katholischen und Orthodoxe Kirchen).

Durch den Heiligen Antonius (*351-† 356 „Vater aller Mönche“) und durch Pachomios (292-346 Gründer der ersten christlichen Klöster) begründeten die Kopten das christliche Mönchtum und führen dieses in Tradition bis heute fort.
Den Kopten steht ein Papst vor, inzwischen der 117. Nachfolger des Heiligen Markus. Dieser hat seinen Sitz sowohl in Alexandria als auch in Kairo. Das Patriarchat wurde aber bereits 1047 nach Kairo verlegt, wo auch die, 1968 geweihte Markuskathedrale und der päpstliche Palast stehen.

In Ägypten sind in etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung Christen, von denen ca. 90 Prozent dem koptischem Glauben anhängen. Weitere kleinere koptische Gemeinden gibt es in Libyen, Sudan, Sambia, Simbabwe und Syrien. Aber auch in den westeuropäischen Ländern sind sie, zumeist in den Metropolen, vertreten.

0 comments

Comments are closed.