Wie gestaltet sich die Ausbildung zum/r Hotelfachmann/-frau?
Für die Ausbildung zum Hotelkaufmann/-rau ist ein Hauptschulabschluss zwar ausreichend, allerdings fordern viele Hotels mindestens die mittlere Reife. Unabhängig vom schulischen Abschluss ist aber ein guter Umgang mit Gästen und ein gepflegtes Erscheinungsbild Pflicht. Wünschenswert sind in der Branche auch möglichst fundierte Fremdsprachenkenntnisse.
Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Allerdings kann die Dauer aber auch auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden, sofern die Berufsschule und der Ausbildungsbetrieb gute Leistungen bescheinigen. Die Vergütung liegt, wie der Verdienst in der Gastronomie im Allgemeinen, auf vergleichsweise niedrigem Niveau. So beträgt das Ausbildungsentgelt im ersten Ausbildungsjahr in den alten Bundesländern durchschnittlich ca. 500 Euro im Monat; in den neuen Ländern sogar nur ca. 350 Euro. Außerdem wird die Bereitschaft zur Schichtarbeit und generell flexiblen Arbeitszeiten verlangt.
Zu den Aufgaben gehören typischerweise das Betreuen und Beraten der Hotelgäste, was beinahe alle Serviceleistungen umfasst, die im Hotelgewerbe anfallen. Auch das Erstellen von Angeboten sowie das Führen der Hotelkasse ist Teil des Tätigkeitsfeldes. Je nach Organisation des Betriebes können Hotelfachkräfte auch für das Servieren im Restaurant oder das Reinigen der Zimmer herangezogen werden. Grundsätzlich ist die Ausbildung meist so strukturiert, dass die Auszubildenden einen sehr allgemeinen Einblick in alle Teilbereiche bekommen können.
Deshalb ist auch eine Weiterbildung bzw. Spezialisierung nach der Ausbildung in fast jede Sparte möglich. Bei der Industrie- und Handelskammer kann nach 18 monatiger, berufsbegleitender Ausbildung der Abschluss “Fachwirt/in im Gastgewerbe” erworben werden. Darin werden tiefer gehende kaufmännische Kenntnisse vermittelt. Auch eine Weiterbildung zum/r Hotelmeister/in ist möglich, insbesondere wenn eine Selbstständigkeit angestrebt wird.
Die Aussichten hierfür stehen nicht schlecht, der Deutsche Reiseverband (DRV) geht davon aus, dass die Branche nach einem leichten Einbruch während der Wirtschaftskrise in diesem und den kommenden Jahren deutlich zulegt. Viele Hotels, insbesondere in den neuen Bundesländern, haben bereits jetzt Schwierigkeiten die offenen Ausbildungsplätze zu ersetzen.
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