Atomkraftwerke und Sicherheit – geht das?
Seit Wochen kommt es immer wieder zu kleinen und größeren Erdbeben in Japan. Diese schlimmen Naturkatastrophen, denen bereits viele Menschen zum Opfer fallen, haben darüber hinaus enorme Auswirkungen auf die Menschheit. So wurde bereits beim ersten Beben am 11. März 2011 das Atomkraftwerk in Fukushima Daiichi schwer beschädigt und es kam zum Super GAU. Bis zu dem Unfall gehörte das Atomkraftwerk zu den besonders leistungsstarken Kernkraftwerken in Japan. In Betrieb wurde es bereits 1971 genommen und ist demnach bereits 40 Jahre alt. Weltweit gibt es momentan 443 Reaktoren und weitere 62, die sich noch im Bau befinden. Der Neubau von Kernkraftwerken stagniert allerdings, was nicht an der Meinungsänderung über die Gefährlichkeit von Kernenergie liegt, sondern eher an der zurückgehenden Bereitschaft der Banken weitere Atomkraftwerke zu finanzieren.
Wie hoch ist das Risiko wirklich?
Selbst im normalen Arbeitsbetrieb eines Atomkraftwerkes entweichen ständig radioaktive Stoffe in die Umwelt. Über die Fortluft des Kamins sowie mit dem Abwasser über den Kühlwasserkanal können diese verseuchten Teile in die Umwelt gelangen. Diese Mengen unterliegen aber entsprechenden Auflagen und werden probemäßig kontrolliert.
Kommt es jedoch zu einem Unfall wie dem in Japan, können durchaus auch größere Mengen radioaktiven Materials entweichen. Damit es dennoch zu keiner Kontaminierung der Umwelt kommt, wurde eine Vielzahl von Maßnahmen eingeführt, die ein Entweichen verhindern sollen.
Das Risiko einer Kernschmelze ist jedoch immer vorhanden. Kommt es zu einem Ausfall der Kühlung, kann es auch zum Schmelzen des Reaktorkerns kommen.
Aber nicht nur durch Unfälle und dergleichen ist die Menschheit von der Radioaktivität bedroht. So besteht noch immer das Problem der Entsorgung der ausgebrannten Brennstäbe. Dabei entstehen jedes Jahr rund 400 Tonnen Atommüll. Dieser Abfall hat teilweise eine Halbwertzeit von mehreren tausend Jahren und gibt in dieser Zeit weiterhin radioaktive Strahlung ab. So lange keine Lösung gefunden ist, wird der Müll zwischengelagert. So beispielsweise ins Atommülllager Asse II, welches in Deutschland das größtes Atommülllager ist. Das erste Fass Atommüll wurde 1967 in der Asse verscharrt, allerdings weiß bis heute niemand, was sich wirklich alles in dem Salzbergwerk befindet. Um das herausfinden müssten stichprobenweise die Fässer zurückgeholt werden, was aber nicht so einfach möglich ist. Außerdem kann dann immer noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, was sich wirklich in diesen verbirgt.
1993 wurde festgestellt, dass ein nicht zu beherrschender Wassereinbruch ins Bergwerk nicht mehr auszuschließen sei. Um für bessere Standfestigkeit zu sorgen wurden in die Hohlräume Salz gefüllt.
Seit 1998 laufen allerdings täglich 11m³ Steinsalzlauge ins Bergwerk, die droht, die aufgefüllten Bereiche wieder aufzulösen. Dadurch können die Radionuklide ins diese Lösung gelangen und durch die Konvergenzbewegungen schließlich ins Deckgebirge gepresst werden.
Fazit: Das Risiko eines Super GAUs und die nicht geklärte Frage der Endlagerung machen Atomenergie alles andere als sicher. Zudem gesellst sich die Gefahr eines Terrorangriffs.
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